Biblisches Nachtcafé - Der Mönch in Dir
Ein Abend voller Inspiration im Lukas Haus
Ein Abend, der nachklingt: Beim Biblischen Nachtcafé am 23. Oktober war das Lukas Haus in Mayen bis auf den letzten Platz gefüllt. Zu Gast war Abt Mauritius Wilde, der Geschichten und Impulse aus seinem Buch „Der Mönch in Dir“ mitbrachte. Eingeladen hatten die Katholische Familienbildungsstätte Mayen, der Hospizverein Region Mayen und der Pastorale Raum Mayen.
Im Kerzenschein, an liebevoll mit Herbstblumen geschmückten Tischen, entfaltete sich ein Programm, das Kopf und Herz gleichermaßen ansprach. Abt Mauritius las ausgewählte Geschichten aus seinem Buch und verband sie mit persönlichen Erzählungen.
Wilde schöpft aus der rund 1.400 Jahre alten Lebensbeschreibung des heiligen Benedikt von Nursia, die Papst Gregor der Große verfasst hat. Im frühen Mittelalter war sie nach der Bibel das meistgelesene Buch. Heute kennen sie fast nur noch Fachleute. Wilde überträgt die Episoden daraus in die Gegenwart und arbeitet die Kernfrage heraus.
Ein Beispiel: Ein Mönch hält es im Gebet nicht aus. Sobald die anderen beten, geht er hinaus und beschäftigt sich mit Nebensächlichem. Benedikt sieht, dass ihn etwas „wegzieht", und befreit ihn. Wilde liest darin die Frage, wo wir selbst „nicht bei uns wohnen". Das kann ein Zwang, eine Abhängigkeit oder etwas Unverarbeitetes sein, und gute Vorsätze allein helfen da nicht weiter.
Dabei gelang ihm der Brückenschlag zwischen der Weisheit der monastischen Tradition und den Fragen unserer Zeit: Wie finde ich Ruhe im Trubel? Was trägt mich, wenn vieles ins Wanken gerät? Und wie kann ein erfülltes Leben gelingen? Seine geistlichen Impulse waren alltagsnah, klar und von spürbarer Herzenswärme getragen.
Besondere Ruhepunkte schenkte die musikalische Begleitung: Mizuki Ideue am Cello und Beate Michel am Klavier ließen zwischen den Texten Raum zum Nachklingen und Innehalten. Die Musik wurde so zu einem eigenen Impuls, der die Worte vertiefte.
Gebannt lauschten die Gäste, immer wieder war ein zustimmendes Schmunzeln zu hören, dann wieder tiefe Stille. Es entstand eine friedvolle, harmonische Atmosphäre, in der man spüren konnte: Hier wird nicht nur zugehört, hier wird etwas berührt.
Am Ende dankten die Veranstaltenden allen Mitwirkenden, und viele Gäste nahmen neben guten Gedanken auch das Buch mit nach Hause. Der Eintritt war frei, um eine Spende wurde gebeten.
Ein Abend, der Mut macht, im Alltag immer wieder mal wieder die Stille zu suchen, und vielleicht auch dem „Mönch in uns“ ein wenig Raum zu geben.


